Marlowe - das Grauen. W.E. Pansen. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: W.E. Pansen
Издательство: Readbox publishing GmbH
Серия: Nahtlose Ermittlungen Marlowe
Жанр произведения: Триллеры
Год издания: 0
isbn: 9783347079076
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Blick auf den Hund. Der hat ein Auge auf und scheint zu grinsen.

      Wettervorschau im Fernsehen, Fortsetzung ARD-Büffet. Dösen.

      „Hast du noch ein trockenes Handtuch?“ - Augen aufreißen. Mein Gott, eine brünette Schönheit mit nassem Haar, spärlich bedeckt mit dem großen Handtuch lächelt ihn fragend an.

      „Äh, - ja klar, nur nen Moment“.

      Kurzer, gefühlter Sprint ins Schlafzimmer, Schrank aufreißen und nervös das größte, flauschigste Handtuch herausziehen, dann ein kurzer, gefühlter Sprint zurück ins Wohnzimmer.

      Tatsächlich, eine brünette Schönheit mit nassem Haar steht erwartungsvoll lächelnd da. „Bitteschön“ - „Danke“, und schwupp ist sie verschwunden. Geräusche vom Föhn. Sofa. Kein Blick mehr für die schöne Bastelfee.

      Erinnerung: Manni und Katrin hatten tatsächlich eine Freundin mitgebracht. Sie hatte einen terrierartigen, langhaarigen, kurzbeinigen Hund dabeigehabt. Sie hatten zu viert zusammengesessen, Frikadellen und Kartoffelsalat gegessen, Bowle getrunken und sich angeregt unterhalten. Mann, Mann, Mann.

      Sie kam zurück, jetzt in das große, bunte, flauschige Handtuch gehüllt, die Haare geföhnt und gebürstet, - einen Becher in der Hand. „Bekomme ich was ab von dem Tee?“

      Sie sah umwerfend aus, gleicher Typ wie die Bastelfee, um die 35, strahlend, frisch.

      Er fühlte sich schlagartig alt und wurde sich bewusst, dass er ungekämmt im Bademantel vor ihr saß. „Äh, ja klar, setz dich doch“.

      Sie setzte sich in den Sessel vor dem Sofa, schenkte sich Tee ein, nahm Kandis, benutzte den Löffel und legte ihn auf den zwischen ihnen stehenden Tisch.

      „Vielen Dank, dass ich hier übernachten durfte, war wohl etwas viel Bowle gestern“.

      „Äh, ja, da nich für, aber ich glaub auch“.

      „Ich wollte dich wirklich nicht anbaggern, war nur plötzlich todmüde und ich wohn ja nicht grad um die Ecke“.

      „Kein Problem“. „Mir wäre es wohl ähnlich gegangen“. Er fühlte sich plötzlich wie ein schüchterner Teenager. „Ich hoffe, ich habe mich nicht danebenbenommen?“.

      „Ach was, du warst ganz süß, wie du mich zugedeckt hast und mich zum Einschlafen auf die Stirn geküsst hast.“

      Puh, er hatte also anscheinend trotz reichlich Bowle keinen Scheiß gebaut. Jetzt deutlich entspannter fragte er dann einfach mal: „Es ist mir zwar peinlich, aber ich habe grad deinen Namen vergessen“.

      „Das macht doch nichts“.

      „Hmm, würdest du mir trotzdem nochmal sagen, wie du heißt?“.

      „Griet, Freunde sagen Grietje“.

      „Ah, ich weiß, - die Perle, aus dem friesischen oder holländischen, das passt ja super“.

      Scheiße, jetzt hatte er sich aus dem Fenster gehängt, sie würde denken, dass das eine besonders doofe Anmache war.

      „Haha, an ein paar Sachen von Gestern kannst du dich also erinnern“. Sie hatte ein umwerfendes Lächeln, ihre schönen braunen Augen blitzten fröhlich, er hatte das Gefühl noch nie vorher eine sympathischere und anziehendere Frau getroffen zu haben.

      Bisher hatte er angestrengt vermieden sie näher zu betrachten, nun konnte er nicht mehr anders. Sie hatte die Beine übereinandergeschlagen und es waren schöne Beine, - das Handtuch, auch wenn es ein extragroßes Badehandtuch war, ließ ahnen, dass sie auch eine ansprechende Oberweite hatte. Sie hatte ein tolles, leicht ovales Gesicht mit einer nicht kleinen, aber niedlichen Nase und einem ausgeprägten, Energie ausstrahlenden Kinn.

      Da er sich nach wie vor an vieles vom Vorabend nicht erinnern konnte, wusste er nicht die Bohne, wie er mit der Situation umgehen sollte.

      Sie schenkte ihm ein bezauberndes Lächeln und fragte „Was hältst du denn von einem späten Frühstück in einem Café, - Elfriede müsste wohl auch mal raus?“.

      Elfriede? - Herrje, der Hund!

      „Ah, ich sehe der Detektiv hat das Problem erkannt“.

      War das nun Verarschung, - nein, dieses fröhliche Lächeln musste echt sein.

      „Ok, wenn du willst kann es in fünf Minuten losgehen“. Er stand auf, hatte dabei ganz vergessen, dass sein Bademantel keinen Gürtel mehr hatte, - den hatte er vor zwei Wochen in der Küche um das tropfende Abflussrohr geknotet. So stand er kurz im Freien. „Sorry“.

      Sie lachte und verschwand Richtung Schlafzimmer. Im Weggehen rief sie: „Gestern warst du da deutlich prüder“.

      „Prüde“ wollte er so nicht auf sich sitzen lassen und ging hinterher.

      Er kam gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie sie das Handtuch aufs Bett warf und nach ihrer Unterwäsche fischte. Da er kein Gentleman war, auch nie einer hatte sein wollen, - wandte er seinen Blick nicht ab, sondern sah vielmehr genau hin. Seine Vermutungen wurden voll bestätigt.

      Sie hatte nicht nur schöne Beine mit kräftigen Oberschenkeln, - die hatte er immer schon geliebt, sondern dazu einen wunderschönen schlanken Körper, sehr volle Brüste mit tollen ausgeprägten Brustwarzen und gesprenkelten Warzenhöfen, - einfach perfekt.

      Spätestens jetzt hätte er sich umdrehen müssen, um seine Klamotten herauszusuchen, aber die waren ja im gleichen Raum und überhaupt ……..

      Jedenfalls blieb er mit offenem Bademantel in der Türfüllung stehen und sah zu, wie sie sich anzog.

      „Das ist aber etwas frech!“.

      „Tschuldigung“. Er öffnete den Schrank, schnappte sich Unterwäsche, Socken und das „Metallica“-T-Shirt und verschwand ins Wohnzimmer. Kurz danach stand er ihr verlegen grinsend wieder gegenüber.

      „Da konnte ich nicht weggucken, - es tut mir leid, aber ich bereue nix!“.

      Sie küsste ihn spielerisch auf den Mund. „Ich war ja gewarnt“.

      Das Frühstück im Café schien ihm dann im Nachhinein das schönste seines Lebens gewesen zu sein. Sie verabschiedeten sich mit Küsschen und die nächsten vier Wochen war leider Sendepause.

       Supermarkt

      „Der Italiener, - jaja, Collucci, Franco, - heißt er. Also, - unser bester Mann ist er nicht gerade, - aber es gibt nichts, was man ernsthaft gegen ihn vorbringen könnte.“ – Dem Personalchef war das Gespräch sichtlich unangenehm.

      „Aber man hört doch, er hätte mehrfach unter Verdacht gestanden?“

      „Ach, wissen Sie, - unter Verdacht ist hier von Haus aus erstmal jede und jeder, - wissen Sie, was die Leute hier verdienen?“

      „Na schön, aber was ist denn das für eine Sache mit dem Elektro-Auto?“

      Der Personalchef zuckte die Schultern. Hatte wohl schon so einiges erlebt und gesehen. „Ach, das ist so eine typische Sache vom Junior-Chef, - wissen Sie, der kommt hier immer so großkotzig angefahren, - das haben Sie aber nicht von mir, - lässt dann den jeweiligen Wagen entweder mit laufendem Motor oder ohne abzuschließen, oder beides, auf dem Hof stehen und fängt dann entweder an mit den Mädels am Käsetresen zu schäkern oder geht den Abteilungsleitern mit seinem unausgegorenen Gewäsch auf die Nerven, - das haben Sie aber nicht von mir.“

      „Sie würden Collucci also den Diebstahl des Wagens nicht zutrauen?“

      „Nein, der ist zwar kein Engel, aber sowas…“

      „Danke, - können Sie sich vielleicht noch erinnern, wie der Mann zu Ihnen gekommen ist?“

      „Aber ja, das war eine Empfehlung von Kressin, - der war früher mal eine große Nummer in der Zentrale“

      „Ach, - und heute nicht mehr?“

      „Nein, nein, - da war mal irgendwas, als er noch Vollprokura