Traumziel Kajütboot. Thomas Stange. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: Thomas Stange
Издательство: Bookwire
Серия:
Жанр произведения: Языкознание
Год издания: 0
isbn: 9783847628439
Скачать книгу
b96-1f5c-5d02-bda0-e1e2cf8f9ef1">

      Thomas Stange

      Traumziel Kajütboot

      Von zweien, die auszogen, das Bootfahren zu lernen

      Dieses ebook wurde erstellt bei

      

      Inhaltsverzeichnis

       Titel

       Exposé, Vorwort, Einleitung - oder was Ihnen am liebsten wäre .....

       Fundierte Badebooterfahrungen

       Erkenntnisse über Freud und Leid des Kajütbootfahrens

       Der Angeltörn auf der Nordsee oder: Manche Fehler macht man eben doch zweimal

       Endlich ein eigenes Boot!

       Die Weser ist ein schöner Fluss, wenn er nur nicht so flach wäre!

       Messegespräche

       Den Bootsführerschein zu erwerben ist gar nicht so leicht

       Der Schein ist da - aber wie soll’s jetzt weitergehen?

       Über die Versuche, günstig ein Kajütboot zu kaufen

       Jetzt gehört es uns!

       Urlaubsvorbereitungen

       Stegbekanntschaften

       Ab ins Winterlager!

       Und nochmal Messegespräche

       Neue Saison, neues Glück?

       Impressum neobooks

      Exposé, Vorwort, Einleitung - oder was Ihnen am liebsten wäre .....

      Liebe Leser,

      wenn Sie hoffen, in diesem Buch die unglaublichen Erlebnisse eines weitgereisten Sportskippers zu finden, muss ich Sie leider enttäuschen. Ebenso erfolglos werden Sie Erinnerungen an witzige Seesegeltörns suchen. Und Berichte über Kriminalfälle auf See sind in diesem Buch schon gar nicht enthalten. Denn dieses Buch ist anders. Da lieben zwei das Wasser im allgemeinen und die See im besonderen und machen sich überhaupt keine Vorstellungen, wie viele Stolpersteine das Leben für Binnenländer bereithält, bis sie endlich auch darauf fahren können. Von dem weiten Weg ist die Rede, beginnend mit der Versuchung, die das Meer ausübt bis hin zum ersten Törn mit dem eigenen Kajütboot, der stattfinden soll und dann doch nicht stattfindet. Aber zum Schluss heißt es endlich: „Wir sind unterwegs!“.

      Geneigte Leser werden feststellen, dass es der Irrungen viele waren, denen wir erlegen sind. Wenn Sie natürlich als Küstenbewohner bereits mit salzverkrusteten Haaren das Licht dieser Welt erblickten und den Tidenkalender früher lesen konnten als die Uhr, dann werden Sie für unsere Erfahrungen vielleicht nur ein müdes Lächeln übrig haben. Vielleicht wird im Gesicht des einen oder anderen ‘erfahrenen Sportskippers’ aber auch ein wissendes Schmunzeln auftauchen. Und wenn Sie zu den Hoffnungsvollen gehören, die sich gedanklich gerade mit dem Einstieg in den Wassersport beschäftigen und sich jetzt vielleicht sagen : „Mein Gott, waren die blöd. Wenn ich sowas mache, ziehe ich das viel professioneller auf“, dann seien Sie gewarnt. Wir haben das am Anfang auch gedacht!

      Und noch ein Hinweis ist von Nöten: natürlich sind alle in diesem Buch auftauchenden Personen völlig frei erfunden. Sollte der eine oder andere doch einmal eine Ähnlichkeit mit sich oder seinem Stegnachbarn erkennen, dann sei er an dieser Stelle versichert: Zufall, alles purer Zufall.

      Dies nur, um unnötige Diskussionen zu vermeiden.

      Fundierte Badebooterfahrungen

      „.....Die A5 Frankfurt Richtung Kassel zwischen Homberg/Ohm und Alsfeld-West zwei bis drei Kilometer Stau vor einer Baustelle.“ Überlaut drängte sich die Stimme der Radio-Ansagerin in mein Bewusstsein. Neben mir regte sich etwas. Ein riesiger Deckenberg. Darunter der Floh.

      „Morgen ..........schon wieder die Nacht ´rum ?“ Andrea rappelte sich hoch und schlurfte davon. „Ich geh ´mal zuerst ins Bad. Vorher setze ich Kaffee auf“.

      Es hat schon seine Vorteile, wenn man selbständig ist und zuhause arbeiten kann. Dann kann man sich seine Zeit einteilen. Anders bei Andrea, auch „Floh“ genannt. Ihre Chefin hat es gar nicht gerne, wenn sie morgens um Viertel vor Neun allein im Laden steht.

      Fünf Minuten später war auch ich in der Senkrechten. Wie jeden Morgen ging der erste Blick aufs Wetter. Eine zähe graue Wolkenschicht hing am Himmel. Die Straße nass und von Sonne keine Spur. „Mist!“

      Dabei wollten wir am kommenden Wochenende aufs Wasser. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Das Boot war noch nicht ganz startklar. Und den Außenbordmotor hatte ich auch noch nicht Probe laufen lassen. Das war im Grunde genommen gar keine große Sache. Anstatt einen teuren Spülanschluss zu erwerben, hing ich den Motor auf seinem Transportkarren einfach in einen mittelgroßen Baukübel, der dann bis zum Anschlag geflutet wurde. Das ging schnell, war preiswert und ersparte mir die Arbeit, jedes Mal den Propeller abzunehmen, wenn ich den Motor mal im Trockenen anlassen wollte. Ob das Ding wohl ansprang nach dem Winterlager und der intensiven Behandlung mit Korrosionsschutzmittel? Man konnte es ja darauf ankommen lassen und hoffen....aber ich finde es einfach zu blöd, wenn man am Campingplatz in Bad Karlshafen ankommt, seinen ganzen Kram auspackt und aufbaut, das Boot klarmacht, zu Wasser lässt und dann mit hochrotem Kopf eine halbe Stunde lang mit dem Starterseil ´rum murkst. Dann schon lieber zuhause und unter Ausschluss der Öffentlichkeit ......

      Wir wollten also die Saison eröffnen. Aber bei dem Wetter ? Wie schon in den ganzen letzten Wochen begannen die Gedanken in meinem Kopf zu kreisen. Ein geschlossenes Boot müsste man haben. Eins mit Kajüte. Halbkajüte würde auch schon reichen und ein Cabrio-Verdeck. Dann wär man nicht so wetterabhängig. Da könnte es schon mal schütten wie aus Eimern. Einfach Deckel zu und die Welt wäre wie früher. Wir hatten uns sowas sogar schon ‘mal angeguckt und der Floh war auch bereits davon überzeugt. Na ja, vielleicht nächste Saison.

      Wie hatte das eigentlich alles angefangen? Eigentlich damit, dass ich Andrea heiratete. Sonst wär´s gar nicht so weit gekommen. Oder hatte ich mich schon viel früher mit dem Wasserbazillus infiziert? Womöglich schon damals, am Tegernsee oder sogar schon in Grömitz...?

      Natürlich ließe sich jetzt trefflich darüber streiten, ob es einen Wasserbazillus überhaupt gibt. So nach dem Motto „entweder man hat den Hang zum Wasser oder man hat ihn nicht“.

      Mein Vater war am Wasser groß geworden. Insofern könnte man meinen, da habe sich ‘was vererbt. Ich für meinen Teil glaube aber mehr an den Bazillus.