wirtschaftlicher Hinsicht.
2. Die Einigung der politischen Mitte.
3. Die Spaltung und Schwächung der Gewerkschaften und der Kommunisten.
Als politische Kraft bieten sich zunehmend die Christdemokraten an, die vom Vatikan und der
Mafia stark favorisiert werden. Damit beginnt eine Allianz der Geheimdienste, der Mafia und des
Vatikan mit den Christdemokraten und dem sozialdemokratischen Flügel der Sozialisten, die fast
50 Jahre lang funktioniert. Die USA verhindern konsequent die Säuberung des italienischen
Staatsapparates von den Faschisten und sabotieren die Strafverfolgung von Unternehmern, die
vom Faschismus profitierten und ihn unterstützten. Obwohl mit etwa 2000 Prozessen wegen der
Ermordung von 15'000 italienischen Zivilisten und Partisanen gerechnet wurde, finden bis 1965 nur
13 Verfahren mit 25 Angeklagten statt. Alle anderen hängigen Fälle werden am 14.1 .60 archiviert.
Kein einziger italienischer Kriegsverbrecher wird verurteilt, andere wie der SS-Scherge Eugen
Dollmann arbeitete nach dem Krieg nicht nur für die CIA, sondern auch für den italienischen
Geheimdienst. 1946 reorganisieren sich die Faschisten in der Movimento Sociale Italiano, die 1995
in die Alleanza Nazionale umbenannt und 2001 zusammen mit Berlusconi wieder an die Regierung
gelangt.
Quellen : Raith: 20, Chotjewitz: 15-20, Bradley, Delorme: 87-99,105-109, Drugwar (1): 1f, Meurice,
Konkret Nr.7/1973: 50, Musso. Davis (1994): 62f, Delorme: Potter: 3, Best: 7f, Ansom: 292f,
Bradley, Horowitz: 52ff, Simpson, Giancana:253f, Schulz: 55,70, Pilger: 46ff, Schweitzer: 6f,
Ascherson 1 , Karel.
1943 Hoover und Kennedy top.
Mit der Hilfe von Hugh Clegg des House Appropriations Committee startet Hoover 1943 ein
wirksames Kongress-Lobbying-Programm, mit dem er die Operationen anderer Agenturen
überwachen und sein eigenes Budget beeinflussen kann. Hoover ordnet drei FBI-Beamte als
permanente Assistenten für Clegg ab, und von 1943 bis 1970 dienen 28 FBI-Agenten dem
Vorsitzenden des Budget-Komitees, John Rooney. Rooney wird von Hoover geschützt, da er von
der Mafia geschmiert wird. Laut einem FBI-Report erhält er allein 1 967 $1 OO'OOO.
Hoover legt "Zusammenfassungen" über Abgeordnete an und behauptet deshalb, er führe keine
"Akten" über Politiker. Hoover begann damit schon in den 20er Jahren und verfeinerte seine
Technik im Laufe der Zeit. Im "Official and Confidential"-Archiv werden 1973 833 Dossiers von
Senatoren und 722 von Repräsentanten entdeckt. Ein Teil der Fichen ist dann aber schon
vernichtet oder versteckt worden. Seit 1945 wird über jeden Oberrichter, deren Wahl Hoover oft
entscheidend beeinflusst, eine Fiche geführt. Die Transkripts der Telephonüberwachungen dieser
Richter umfassen allein 20'000 Seiten. Dank diesen Unterlagen kann Hoover beispielsweise ein
Hearing vor dem "Subcommittee on Invasion on Privacy" unter Vorsitz von Senator Edward
Vaughan Long mit Erpressung verhindern. Obwohl Long die Untersuchung über die Missachtung
der Freiheitsrechte durch das FBI einstellt, zerstört eine Kampagne im Life Magazine, die
behauptet, er habe von Morris Shenker von der Teamsters Union Schmiergelder angenommen, ein
Jahr darauf seine politische Karriere. Auch über Cornelius E. Gallagher, der sich Hoovers
Forderung, Robert Kennedy vor dieses Subcommittee zu bringen, widersetzt, wird von Sandy
Smith im Life Magazine behauptet, er habe Beziehungen zur Mafia. Die erfundenen Beweise
bekam Smith von Cartha DeLoach. Das FBI bricht bei Gallagher ein und hört sein Telephon ab.
Joe Kennedy, der Hoover seit den 20er Jahren kennt, arbeitet hart daran, ihm den Honig um den
Mund zu schmieren. So spendet er grosse Summen an die J. Edgar Hoover Foundation und
meldet sich im September 1943 als Special Service Contact für das FBI. Obwohl dieses Programm
nach dem Krieg ausläuft, setzt Hoover ihn 1950 wieder ein, und ab 1951 ordnet er sogar 4 Agenten
als persönliche Hilfe Kennedys ab. Das FBI wird insgesamt 343 Akten über Kennedy-Fälle anlegen.
John F. Kennedy, dem sein Vater wegen seiner Rückenprobleme einen Büroplatz beim ONI in
Washington organisierte, hat seit 1941 eine Affäre mit der Journalistin und ehemaligen Miss
Dänemark Inga Arvad. Hoover lässt seit 1939 Material über JFK sammeln, interessiert sich laut
DeLoach für die Fiche aber erst, als Kennedy Präsidentschaftskandidat wird. Die schöne "Inga-
Binga" steht unter Spionageverdacht, weil sie mit Rudolf Hess befreundet ist, Himmler und
Goebbels kennt, an Görings Hochzeit teilnahm und nach der Trauung den Führer interviewte, als
sie während der Olympiade 1936 in Deutschland war. Hoover gab Informationen über das
Verhältnis an Walter Winchell weiter, was dieser in seiner Kolumne publizierte. Um die Karriere
seines Sohnes zu retten, organisierte Joe Kennedy dessen Versetzung nach Charleston in South
Carolina. JFK traf sich jedoch weiter mit seiner Geliebten, beobachtet vom FBI, worauf Hoover den
Vater telefonisch warnte. Inga Arvad erwartete ein Kind von JFK, aber sie heiratete 1942 sechs
Monate vor der Geburt den Schauspieler Tim McCoy.
JFK wurde 1942 in den Krieg in den Südpazifik geschickt. In der Blackett-Meerenge wird das von
JFK kommandierte Torpedoboot PT-109 durch Nachlässigkeit in eine Flottenaktion verwickelt,
wobei ein japanischer Zerstörer das Boot entzweischneidet, der einzige Unfall dieser Art während
des 2. Weltkrieges. JFK kann sich und seinen verwundeten ersten Maschinisten Patrick McMahon
retten, indem er vier Stunden lang mit dem Verletzten auf dem Rücken zur nächsten Insel
schwimmt. Bei der Rettungsaktion der übriggebliebenen Besatzung sind Leit Erickson von der
Associated Press und Fran Hewlitt von der Universal Press dabei. Die Story erscheint am 20.8.43
auf der Titelseite der New York Times, und ein Artikel von John Hersey wird im New Yorker
publiziert, womit JFK zum offiziellen Kriegshelden erkoren wird. Sein Vater überredet den
Chefredaktor des Reader's Digest, Paul Palmer, die Story in gereinigter Fassung, ohne Erwähnung
der Nachlässigkeit zu veröffentlichen. Diese Kriegsheldengeschichte wird später im
Zusammenhang mit den Wahlkampagnen immer wieder nachgedruckt. Die Rettungsaktion
schwächt JFK so stark, dass er mehrere Monate braucht, um sich zu erholen. JFK durchlebte alle
möglichen Kinderkrankheiten und hatte keine Chance,