luxuriösen Ressort am Toten Meer. Tief gelegen konnten wir auf der anderen Seite hoch oben die Heilige Stadt Jerusalem nächstens leuchten sehen. Wer kann, sollte in diesem Salzwasser baden. Alle Schwimmkünste versagen. Es ist, als habe man das Schwimmen nie gelernt. Das Wasser war thermalbadwarm, kein Wind, keine Wellen störten uns an diesem Tag. Es lag Frieden über uns. Mehr als eine Stunde lagen wir auf dem Wasser wie auf einer Luftmatratze und fühlten uns wie Kinder. Francesca, die sich in einem früheren Leben als Fisch glaubte, war überglücklich. Wir beschlossen, eines fernen Tages, im Alter, hierher zurückzukehren. Am Abend flogen wir über Wien nach Berlin, in Francescas Heimatstadt. Heimat? Sie erklärte einmal, wohl anspielend auf das Diasporaschicksal ihres Volkes, daß sie keine Heimat habe, außer Berlin und Jerusalem, wobei sie aber sofort hinzufügte, daß diese beiden Städte strenggenommen heimatlose wären. So hatte sie, die sich Yardenit, Tochter des Jordans, nannte, sich am Ende ihres kurzen Lebens sowohl den langgehegten Wunsch Petra erfüllt als auch, von der Ferne, nochmals ihre zweite Wahlstadt gesehen: Jerusalem.