Wyatt Earp Staffel 11 – Western. William Mark D.. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: William Mark D.
Издательство: Bookwire
Серия: Wyatt Earp Staffel
Жанр произведения: Языкознание
Год издания: 0
isbn: 9783740958466
Скачать книгу
Sie ja!« befahl Wyatt dem Banditen, wobei er ihm den Revolverlauf noch fester in die Rippen drückte.

      »Das kann ich nicht, Marshal«, ächzte der Mann.

      »Sagen Sie ja, sonst sterben Sie hier auf der Stelle!«

      »Ja!« krächzte Between fast überlaut vor Schreck.

      »Wo liegt der Kerl?«

      »Hier!« diktierte der Marshal dicht am Ohr des Bankmannes.

      »Hier!« wiederholte er mechanisch.

      Dann kam der Hal heran. Aber er war vorsichtiger als die beiden anderen, lief nicht so dicht an der Hauswand vorbei und bog infolgedessen auch nicht so nahe um die Ecke.

      Wyatt sprang ihn mit dem Revolver an, traf ihn nicht sicher, mußte einen zweiten Schlag ansetzen – und da fiel ihm Between in den Rücken.

      Der Marshal hatte Hal jetzt betäubt und schleuderte Between mit einem harten Überwerfen krachend zu Boden.

      In der Faust des Bankiers blitzte ein großes Messer.

      Wyatt hielt ihm gelassen den Revolver entgegen und befahl:

      »Stehen Sie auf!«

      Keuchend erhob sich der Bankier und stand schlotternd da.

      »Lassen Sie das Messer fallen!«

      Die Stichwaffe entglitt der Hand des Verbrechers.

      Wyatt stand jetzt ganz nah vor ihm.

      »Auf wen hatten Sie es denn da drüben abgesehen?«

      Der Bankier ächzte. »Ich…? Auf niemanden… Sie werden es nicht verstehen, Marshal. Ich wurde gezwungen…«

      »Einen Galgen aufzustellen?«

      »Ja.«

      »Wer hat Sie gezwungen?«

      »Diese Leute hier.«

      »Sprechen Sie deutlicher, Mr. Between.«

      Da hob der Bankier flehentlich die Hände.

      »Sie wissen doch längst alles, Mr. Earp! Weshalb fragen Sie noch?«

      Der Marshal stieß den Revolver ins Halfter zurück und sagte mit leiser aber drohender Stimme:

      »Wen wollt ihr umbringen?«

      »Ich weiß es nicht, Earp. Wir wissen es doch nie.«

      »Ach? Einer hebt das Loch aus, zwei stellen den Galgen auf und den Rest besorgt ein drittes Kommando?«

      Between ließ den Kopf sinken.

      Unter halbgeschlossenen Lidern hervor beobachtete er, wie sich vor der weißen Adobewand hinter dem Marshal der Sattlergehilfe Ernest Pilgram langsam aufrichtete.

      Jetzt riß Pilgram den rechten Arm mit einem blinkenden Bowieknife hoch, um einen tödlichen Stich in den Rücken des Marshals zu führen.

      Aber mit dem Instinkt des geborenen Kämpfers und der Reaktion einer Pantherkatze wirbelte der Mann aus Dodge City herum und wuchtete dem Verbrecher einen hämmernden Faustschlag in die Magengrube.

      Röchelnd knickte Ernst Pilgram in sich zusammen und rutschte an der Wand entlang auf die Erde.

      Der Bankier war von der blitzartigen Aktion derart gefesselt, daß er gar nicht auf den Gedanken gekommen war, selbst einen neuen Angriff auf den Marshal zu riskieren. Jetzt aber, als er sich auf sein Messer stürzen wollte, sah er schon wieder den blinkenden Revolverlauf des Missouriers auf sich gerichtet.

      »Der Boß hat recht«, entfuhr es ihm. »Sie sind wirklich nur mit Hinterlist zu überwinden!«

      Diese Worte bereute der Mann sofort, denn durch sie hatte er sich endgültig verraten. Es wäre ja nicht ausgeschlossen gewesen, daß er durch irgendwelche Erpressermethoden gezwungen worden war, an den ›Arbeiten‹ der Galgenmänner mitzuwirken. Aber ein Mann, den man gezwungen hatte, so zu handeln, sprach von einem Bandenführer nicht als – Boß.

      Between sah es zu spät ein.

      Er stieß einen Fluch durch die Zähne und ballte die Fäuste.

      »Was wollen Sie, Earp?« keuchte er. »Weshalb sind Sie hierher zurückgekommen? Hier kann Sie niemand brauchen. Hier in Tombstone entsteht etwas Neues, Großes.«

      »Das merke ich. Und wie Sie sehen, interessiere ich mich bereits dafür.«

      »Weshalb versuchen Sie wieder, sich gegen eine Entwicklung zu stemmen, die Sie nicht aufhalten können?«

      »Entwicklung nennen Sie das? Ich nenne es eine Bande von Verbrechern, Mr. Between, deren Mitglied Sie geworden sind. Sie, der ehrbare Inhaber der Bank of Tombstone.«

      »Sie können ja nicht wissen, was mich gezwungen hat, dieser Vereinigung beizutreten.«

      »So. Vereinigung nennen Sie es jetzt?«

      Während er diese Worte sprach, hatte der Missourier plötzlich einen sonderbaren Gedanken: Hatte Ike Clanton früher nicht die Angewohnheit gehabt, immer wenigstens zwei Leute auf eine Arbeit anzusetzen? Das bedeutete also in diesem Fall zwei Männer für das Ausheben des Galgenlochs, zwei Männer für die Errichtung des Galgens, und schließlich zwei Männer, die die Aufgabe hatten, dem Menschen, dem der Galgen bestimmt war, das Lebenslicht auszublasen.

      Wyatt hatte für die letzte Tätigkeit aber nur einen Mann entdecken können, diesen Hal.

      Und es blieb die große Frage, ob denn Ike Clanton überhaupt etwas mit den Galgenmännern zu tun hatte.

      In diesem Augenblick traf ein fürchterlicher Schlag den Schädel des Marshals und streckte ihn nieder. Im Sturz drehte er sich um seine eigene Achse und sah noch im Unterbewußtsein die breite Gestalt eines Mannes hinter sich. Und im Unterbewußtsein noch riß er den Colt aus dem Halfter, und ein brüllender Schuß fauchte los, der jedoch nur die linke Stirnkante des Banditen streifte.

      Wyatt lag am Boden, sah und hörte nichts mehr.

      Der Desperado, der ihn von hinten niedergeschlagen hatte, torkelte benommen gegen die Mauer und preßte beide Hände an den Schädel. Das Gewehr, mit dessen Kolben er den Marshal von hinten niedergeschlagen hatte, war ihm entglitten.

      »Der ist erledigt«, keuchte er hechelnd.

      Between stand steif vor Schreck da.

      »Batko, weißt du, wen du da erschlagen hast?«

      »Das ist mir einerlei!« krächzte der Bandit.

      »Es ist Wyatt Earp!«

      Der Desperado warf den Kopf hoch.

      »Bist du verrückt!« Er stieß sich von der Wand ab und stand dann taumelnd vor dem am Boden liegenden Mann.

      Pilgram und Hal Somers knieten am Boden, sie waren gerade wieder zu sich gekommen und starrten auf den reglosen Körper, der da vor ihnen lag.

      Einen Moment herrschte bleierne Stille zwischen den vier Outlaws.

      Dann brüllte der Halbindianer die drei anderen an:

      »Was wollt ihr denn? Weshalb starrt ihr mich so an? Hätte ich es vielleicht nicht tun sollen?«

      »Halt den Mund!« keuchte der Bankier und kniete neben dem Marshal nieder. »Allmächtiger. Jetzt geht in Tombstone die Hölle los. Doc Holliday wird jeden von uns finden und töten. Und Luke Short wird die ganze Stadt aus den Angeln heben!«

      »Ruhe!« blecherte Hal Somers. »Wir schaffen ihn weg!«

      »Wohin?« zischte der Mestize.

      Somers sah sich um. »Da drüben – auf den Karren!«

      Pilgram stieß einen Fluch aus.

      »Der gehört Epsom. Ausgeschlossen!«

      Somers baute sich drohend vor dem Sattler auf.

      »Es ist mir einerlei, wem er gehört,