Brezensalzer. Eine Bayernkomödie. A. A. Reichelt. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: A. A. Reichelt
Издательство: Readbox publishing GmbH
Серия:
Жанр произведения: Современная зарубежная литература
Год издания: 0
isbn: 9783862825141
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konnte.

      »Du Fredl, das Salz, das du da benutzt, ist das ein besonderes Salz? Weil, wenn ich daheim Brezen aufbacke, dann schmecken die immer a bisserl, wie sag ich das jetzt, unterwürzt.«

      Eine blödere Frage schien ihm nicht einzufallen.

      »Ja, genau. Das lassen wir direkt für uns in einer Spezial­körnung liefern. Warte, ich bringe dir ein Säckchen voll.«

      »Na na, des basst scho… «, wollte er dies noch verhindern, doch Fredl war bereits in der Backstube verschwunden. Mit einem kleinen Papiertütchen des Würzmittels kam er zurück und überreichte es ihm.

      »Vergelt’s Gott!« Er nahm es entgegen und steckte es in seine Jackentasche.

      »Wenn das jetzt einer gesehen hat, dann heißt es wieder, wir Bayern leben hinterm Mond. Als ob wir noch mit Salz zahlen würden.«

      Sie mussten beide lachen.

      »Servus!«

      Nachdem sie sich verabschiedet hatten, verließ er den Laden und freute sich auf die bevorstehende Brotzeit.

      »Da Fredl, magst es eh net glauben …«, brummelte er noch vor sich hin. »Der alte Casanova. Schenkt er mir Salz. Schade, dass er nicht beim Metzger arbeitet.«

      Beim Abendessen erzählte er von seiner Begegnung in der Bäckerei.

      »Heute habe ich einen alten Schulfreund getroffen. Der macht jetzt so einen Hilfsjob. Bäckt Brezen auf und sowas. Als ich ihn vor ein paar Jahren mal getroffen habe, hat er noch in der Bank gearbeitet.«

      Seine Frau saß ihm mit einem Salatteller gegenüber. Wie sie dem Geruch seines Leberkäses standzuhalten vermochte, würde er nie verstehen.

      »Du sagst doch immer, dass jeder Job ehrenwert ist, der die Familie ernährt. Dass es keine schlechten Arbeits­stellen gibt.«

      Diese Argumentation hatte er tatsächlich schon oft angeführt.

      »Ja schon. Hast vollkommen recht.«

      »Und letztens hast dich über die Banker beschwert. Dass es anrüchig ist, mit Geld Geld zu verdienen.«

      Seine Frau war einfach eine zu gute Zuhörerin.

      »Ja, da hab ich halt gerade die Zinsabrechnung bekommen. Ist ja auch egal.«

      Den Abend verbrachten sie vor dem Fernsehgerät, die Füße auf dem Tisch und die Augen geschlossen. Keiner der beiden sah mehr als zehn Minuten des Beitrags über die Einwanderung einer giftigen Spinnenart aus Südeuropa, bevor sie im Sitzen eingeschlafen waren, den Kopf über der Rückenlehne in den Nacken gelegt. Selbst die Boxerhündin Inara lag auf dem Rücken. Alle drei schnarchten sie im Takt.

      Alt.

      Sie wurden wohl alle langsam alt. Zumindest die humanoiden Anwesenden.

      1 Zu Hochdeutsch: Letzte Woche haben sie sich auch schon vollgesabbert.

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