Beutezug. Sarah L. R. Schneiter. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: Sarah L. R. Schneiter
Издательство: Bookwire
Серия:
Жанр произведения: Языкознание
Год издания: 0
isbn: 9783748565888
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      Sarah L. R. Schneiter

      Beutezug

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      Inhaltsverzeichnis

       Titel

       Widmung

       Prolog: Ankunft

       1. Reisende

       2. Hyperraum

       3. Zombies

       4. Rituale

       5. Jagd

       6. Schmutz

       7. Innereien

       8. Ausgang

       9. Gnade

       10. Fragen

       Epilog: Ankunft

       Danksagung

       Die Autorin

       Seite zum Buch

       Impressum neobooks

      Widmung

      Für die tollen Subjekte und Projekte, mit denen

      die Zusammenarbeit wahrlich eine Freude ist:

      Bücherstadt Kurier: Bei euch zu veröffentlichen hat Spaß gemacht,Hab beim Schreiben gar gelacht. Feuilletöne: Eure Besprechungen haben mich erfreut,Ja, das sag ich, liebe Leut’! Klaus Neubauer: Tapfer, wie nur ein Betaleser ist,Last du den Text lang vor der Frist. Die Clue Cast Sprecher:Birgit Arnold, Jana Marie Backhaus, Alex Bolte, Vincent Fallow, Annika Gamerad, Matthias Heyl, Simon Kannengießer, Inger Kurowiak, Nadine Most, Klaus Neubauer, Boris Pietsch, Michael Pietsch, Dennis Prasetyo, Marlene Rauch, Sebastian Schmidt, Katrina Schowy, Pirmin Styrnol, Luna Tick, Clemens Weichard, Werner Wilkening, Elke Winkler und all jene, die nach dem Buchsatz dazugekommen sind und unter cluewriting.de/cluecaster verweigt werden. Eu’re Stimmen sind gar tollUnd euer Engagement wundervoll.… und Rahel: Dein Hund hat im Büro gepupst,hatt’ ihn nicht mal angestupst.

      Prolog: Ankunft

      Die Luft flirrte in der unerträglichen Wüstenhitze über dem Landefeld, als Nani lässig über den betonierten Boden auf das langgezogene Aufnahmegebäude zu schlenderte. Die hohen Temperaturen waren das Einzige, das der nordischen Abenteurerin mit den kantigen Gesichtszügen weniger in den Kram passte, sonst hatte sie das Talent, sich an jede Welt und ihre Eigenheiten zu gewöhnen. Bis auf ihr Tank-Top hatte sie sämtliche Oberteile ausgezogen, ihre Lederjacke trug sie über die Schulter geworfen, sodass sie auf dem Reiserucksack mit all ihren Habseligkeiten zu liegen kam. Nani wollte möglichst rasch aus der Wüstensonne kommen, um ihre für Raumfahrer typisch ungebräunte Haut nicht unnötig zu verbrennen. Dankbar über die leichte Brise, die den Ozon-Geruch von Sternenschiff-Antrieben herbeitrug, sah sie sich ein letztes Mal um. Die Sonne senkte sich über die Sanddünen im Westen, gegen das Panorama zeichneten sich die unzähligen geparkten Schiffe nur als Silhouetten ab, kantige, runde und verwinkelte Schemen, die alle ihre eigenen Geschichten von langen Reisen durchs All erzählten. Hier draußen, auf dieser unbedeutenden Randwelt, sah alles ziemlich abgehalftert aus, auch das Stadtquartier, welches an den Frachthafen grenzte. Jeder dieser ärmlichen Planeten wirkte ähnlich, voller industriellem Schmutz, Abschaum und zerbrochener Träume.

      Mit einer fahrigen Handbewegung strich Nani sich durch das kurze, rostrot gefärbte Haar, musterte dann entnervt den Schweiß, der an ihren Fingern klebte. Mangels einer besseren Gelegenheit wischte sie die Handfläche an der anthrazitfarbenen Cargo-Hose ab, ehe sie schnurstracks auf die nächste Zoll-Kabine zumarschierte. Routiniert grüßte die erfahrene Reisende den mürrischen Zöllner und hielt ungefragt ihre Hand in den Fingerabdruck-Lesebereich. „’n Abend.“

      Ihr Gegenüber nickte gleichgültig, als er die Daten von seinem holographischen Display ablas. „Sie sind Nani Keitha Walji, geboren am ersten August 1035 neuer Zeitrechnung auf Deron, Bürgerin der Neurussischen Kolonien der Vereinten Systeme?“

      „Korrekt“, entgegnete sie mit ihrer rauen Stimme. Dieses Prozedere war tödlich langweilig, auf jeder Welt dasselbe – manche machten sich gar nicht erst die Mühe, Neuankömmlinge zu kontrollieren. Der Zöllner rang sich tatsächlich zu einem Lächeln durch, etwas, das sie ihm kaum zugetraut hätte. „Willkommen auf Initira, junge Dame.“

      Nani wäre beinahe in Gelächter ausgebrochen, die Dreiunddreißigjährige war seit längerem nicht mehr als jung und zweifelsohne noch nie als Dame bezeichnet worden. „Danke.“

      Auf der Suche nach einem Ausgang bummelte sie weiter durch die weitläufige Wartehalle, die schon bessere Epochen gesehen hatte. Fehlende Deckenpaneele, gammelig wirkende Sitzbänke und ein Trinkbrunnen, der vermutlich gegen jeden Hygienestandard verstieß waren nur die Highlights. Die müde Herumtreiberin nahm ihre Umgebung bloß unkonzentriert war, zu gewohnt war alles, hundertfach gesehen, auf jeder Welt dasselbe. Einem mobilen Kebab-Stand ausweichend steuerte sie die große, zerkratzte Glastür an, über der ein ausgebleichtes Willkommensschild in einem Dutzend Sprachen prangte.

      1. Reisende

      Die aus Ziegeln und Sandstein gemauerten, ungepflegten Häuser des schäbigen Arbeiterquartiers waren drei bis vier Stockwerke hoch. Vermutlich wurden sie bereits seit Jahrzehnten kaum instandgehalten, das Klima tat seinen Teil dazu, ihnen zuzusetzen. Die engen Gassen waren mit abgenutzten, unebenen Kopfsteinen gepflastert, an einigen Stellen bedeckte gar nur Sand den Boden, was das Randwelten-Flair perfektionierte. Zwischen den Gebäuden spannten sich alte Elektrokabel, an manchen hing gar Wäsche zum Trocknen, offenbar befand sich die Stromversorgung hier noch nicht auf dem seit langem gängigen Stand der drahtlosen Übertragung. Initira war eine ärmliche Welt, die fernab aller großen Handelsrouten lag, kaum wichtig für die galaktische Politik oder den Verkehr, was auch dieser Metropole an jeder Ecke anzusehen war.

      Gemächlich schlenderte Nani durch den Wirrwarr aus Leuten, die zu dieser Abendstunde unterwegs waren, auf Neuenglisch, einer für sie unverständlichen Form von Spanisch, Chinesisch sowie Arabisch durcheinanderriefen. Obwohl bereits die Dämmerung hereingebrochen war und die wenigen organischen Glühlampen in den Straßenlaternen aufflammten, genoss es Nani nach ihrer langen Reise durch den Raum, wieder Wind im Gesicht zu spüren, die unzähligen Gerüche nach gebratenen Köstlichkeiten tief einzuatmen, mitten im Trubel zu stehen.