Scheinheilung und Patientenerschaffung - Die heillose Kultur - Band 3. Dr. Phil. Monika Eichenauer. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: Dr. Phil. Monika Eichenauer
Издательство: Bookwire
Серия:
Жанр произведения: Зарубежная психология
Год издания: 0
isbn: 9783844217759
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      Bücher

      In den Büchern zur Heillosen Kultur wird nach Erklärungen für millionenfaches Leid, das sich in unterschiedlichen Auswirkungen in Natur und Mensch präsentiert, geforscht.

      Medien- und Pressemitteilungen bilden den Ausgangspunkt einer Dokumentation von Lebensrealitäten von 2005 bis 2010. Mitteilungen und Geschehnisse, politische und wirtschaftliche Entscheidungen oder auch die Umsetzung neuer Gesetze, die massive Lebensveränderungen für Millionen von Menschen bedeuten, werden in Beziehung gesetzt zu den vier Konstanten in unserer Kultur.

      Beleuchtet werden die Auswirkungen des folgenden kulturellen Quartetts auf den Menschen 1. aus der Ökonomie, 2. durch die Bevorzugung des männlichen Geschlechts, 3. bezüglich des cartesianischen Wissenschaftsparadigmas und 4. in der Verleugnung von Seele und Psyche jedes einzelnen Menschen, die dazu führt, dass unsere emotionale und damit auch unsere existenzielle Vergangenheit nur bruchstückhaft individuell und gesellschaftlich aufgearbeitet ist. Diese letzte Konstante führte in der Vergangenheit und führt gleichfalls in der Gegenwart dazu, dass der psychischen Verarbeitung von traumatischen Ereignissen (z.B. Krieg) und politischen Veränderungen in Menschen kaum Bedeutung beigemessenen wurde und wird: Menschen haben mit dem fertig zu werden, was von ihnen verlangt wird.

      Summa summarum zeigt sich als bedeutsame und gravierende Erklärung für millionenfaches Leid die Vernachlässigung einer Werthaltung für das menschliche Wesen. In unserer Kultur wird nur und einzig und allein einem Wert unter allen Umständen zugesprochen: Kapital und Geld. Aktuelle Auswirkungen finden in den Büchern anhand von Presse und Medienmitteilungen Darstellung.

      Der Mensch wird neben dieser ultimativen und ausschließlichen Alleinstellung von Kapital und Geld bedeutungslos: Er wird selbst kapitalisiert. Er ist Material. Psyche und Seele haben zu schweigen. Es wurden u.a. neue Begriffe, wie z.B. Psychoökonomie, von der Autorin aus der Reflexion des Materials heraus geschaffen.

      Die drei Bücher zu Band 1 wurden mit „Selbstwert statt Mehrwert“ getitelt, um von vornherein auf die notwendige Richtigstellung unserer Werteordnung hinzuweisen. Weiter tragen alle Bücher den generellen Untertitel Nachtrag zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007, weil das Thema der Bevorzugung der Naturwissenschaften gegenüber den Geisteswissenschaften in Deutschland nicht deutlich genug aufgegriffen wird. Eine Parallele findet diese Bevorzugung in der Vorrangstellung der Männer gegenüber Frauen.

      Die vier kulturellen Konstanten finden Sie unterschiedlich gewichtet in jedem Buch, wobei in Band 1 die fehlende Vergangenheitsbewältigung, in Band 1.1 unsere kulturellen Wurzeln, wie sie durch Nietzsche und Marx bezüglich des Selbstwertes von Menschen vorliegen, neu belebt in Erinnerung gerufen werden, in Band 1.2 die Ökonomie und das Geschlechterverhältnis von Mann und Frau in Bezug auf unsere gültige Werteordnung betrachtet wird, in Band 2 gezeigt wird, wie die Seele per Ökonomie und Berufsinhalte im Gesundheitswesen ausgetrieben und in Band 3 die Vernichtung von Heilung per Ökonomie im Gesundheitswesen abgewickelt wird.

      Summa summarum werden in unserer Gesellschaft generell heilende Kräfte behindert und zerstörerische gefördert, zumindest aber toleriert. Missstände werden gleichgültig ignoriert. Ich ergreife für Seele und Heilung Partei – durch Ökonomisierung werden beide im Gesundheitswesen schlicht abgeschafft.

      Autorin

      Dipl-Psych. Dr. phil. Monika Eichenauer arbeitet erfolgreich als Psychologische Psychotherapeutin in ihrer Praxis in Dortmund. Viele Jahre war sie als Regionalgruppenleiterin des BDP tätig und initiierte 2010 die Ärzte der Kultur und gründete das Institut für medizinisches Heilungsmanagement.

      Monika Eichenauer

      SCHEINHEILUNG UND PATIENTENERSCHAFFUNG:

      In der Gesundheitswirtschaft in Deutschland

      Plädoyer einer Psychologischen Psychotherapeutin für das menschliche Wesen und seinen Selbstwert

      Die heillose Kultur Band 3

      Lebenswirklichkeiten in Deutschland von 2005 bis 2010

      Nachtrag zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007

      Imprint

      Die heillose Kultur - Band 3

      Selbstwert statt Mehrwert

      Scheinheilung und Patientenerschaffung: In der Gesundheitswirtschaft in Deutschland

      - Monika Eichenauer -

      Copyright Monika Eichenauer, Dortmund 2011

      Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags, sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung der Autorin reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

      Layout, Satz, Formatierung - Michael Schulte, [email protected]

      Foto: Neuseeland, von Ulla Kallert

      Buchcover: Gestaltung Monika Eichenauer und Ulla Kallert

      Druck und Verlag: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

      Printed in Germany

      ISBN 978-3-8442-1775-9

      Benediktinerregel, 68. Kapitel

      Wenn einem Bruder Unmögliches aufgetragen wird.

      „Wird einem Bruder etwas Schweres oder Unmögliches aufgetragen, so nehme er den Befehl des Oberen in aller Sanftmut an. Sieht er aber, dass die auferlegte Last das Maß seiner Kräfte durchaus übersteigt, so lege er dem Oberen die Gründe seines Unvermögens gelassen und auf schickliche Weise dar, nicht hochfahrend oder mit Widersetzlichkeit und Widerspruch. Beharrt der Obere auch nach dieser Vorstellung auf seiner Entscheidung und seinem Befehle, dann wisse der Untergebene, dass es für ihn so gut ist, und gehorche aus Liebe, im Vertrauen auf den Beistand Gottes.“(Bihlmeyer, Pius, 2009, S. 107 Benediktinerregel Kapitel 68)

       Im Folgenden die Darlegung der Schwester.

      Einführung

      Einen ersten Überblick zu den grundsätzlichen Veränderungen im deutschen Gesundheitsmarkt der letzten Jahre, soll Ihnen, lieber Leser, der nachfolgende, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebende, Meanstream bieten.

      Dabei stehen die strukturellen Veränderungen im Fordergrund, die in der Gegenwart zu umfangreichen inhaltlichen Veränderungen einerseits im Bereich der Patientenversorgung führten, und andererseits ebenso maßgeblich im Laufe der vergangenen Jahre die Berufsinhalte von Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten veränderte. Wir leben nun mit einer Gesundheitswirtschaft.

      Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen im deutschen Gesundheitswesen wurde das Gesundheitsmodernisierungsgesetz mit der Zielorientierung Kostenreduktion eingeführt, aus dem sich für Behandler die Aufforderung ableitete, durch privat abzurechnende Gesundheitsleistungen (IGeL) einen Marktausgleich zu den gesetzlich versicherten Patienten zu erzielen, wollen sie nicht pleitegehen. Natürlich wurde den Ärzten, die ihre Praxen mittels IGeL erhalten wollten, moralische und ethisch nicht vertretbare Abzocke nachgesagt. In einigen Fällen war und ist dies sicherlich berechtigt, berührt aber weniger die Aufklärung der Ursache für die Einführung von IGeL, sondern eher charakterliche Schwächen einzelner Ärzte und revidiert keineswegs die politisch verordnete Marschrichtung. Damit wird auch in der Gegenwart ein intransparenter Markt für Patienten sowie Behandler an ärztlichen Privatleistungen geschaffen, die letztlich in einem weiter wachsenden Markt des Patientenerhaltes zusätzlich bei Privatversicherten und nicht nur zahlenden gesetzlich Versicherten für IGeL münden. Folgen ärztlichen Handelns durch Patientenerhalt, die sich in Chronifizierungen von Erkrankungen und/oder angemessenen Behandlungsmethoden und anderen inhaltlichen und strukturellen Problemen des alten Gesundheitssystems entwickelten, ließen die Gesundheitsreformer das politische Ziel der Kostenreduktion verfolgen