Alice im Wunderland. Lewis Carroll. Читать онлайн. Newlib. NEWLIB.NET

Автор: Lewis Carroll
Издательство: Bookwire
Серия:
Жанр произведения: Языкознание
Год издания: 0
isbn: 9783752914719
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      Lewis Carroll

      Alice im Wunderland

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      Inhaltsverzeichnis

       Titel

       Erstes Kapitel. Hinunter in den Kaninchenbau.

       Zweites Kapitel. Der Thränenpfuhl.

       Drittes Kapitel. Caucus-Rennen und was daraus wird.

       Viertes Kapitel. Die Wohnung des Kaninchens.

       Fünftes Kapitel. Guter Rath von einer Raupe.

       Sechstes Kapitel. Ferkel und Pfeffer.

       Siebentes Kapitel. Die tolle Theegesellschaft.

       Achtes Kapitel. Das Croquetfeld der Königin.

       Neuntes Kapitel. Die Geschichte der falschen Schildkröte.

       Zehntes Kapitel. Das Hummerballet.

       Elftes Kapitel. Wer hat die Kuchen gestohlen?

       Zwölftes Kapitel. Alice ist die Klügste.

       Impressum neobooks

      Erstes Kapitel. Hinunter in den Kaninchenbau.

      Lewis Carroll

       Alice im Wunderland

      O schöner, goldner Nachmittag,

      Wo Flut und Himmel lacht!

      Von schwacher Kindeshand bewegt,

      Die Ruder plätschern sacht –

      Das Steuer hält ein Kindesarm

      Und lenket unsre Fahrt.

      So fuhren wir gemächlich hin

      Auf träumerischen Wellen –

      Doch ach! die drei vereinten sich,

      Den müden Freund zu quälen –

      Sie trieben ihn, sie drängten ihn,

      Ein Mährchen zu erzählen.

      Die Erste gab’s Commandowort;

      O schnell, o fange an!

      Und mach’ es so, die Zweite bat,

      Daß man recht lachen kann!

      Die Dritte ließ ihm keine Ruh

      Mit wie? und wo? und wann?

      Jetzt lauschen sie vom Zauberland

      Der wunderbaren Mähr’;

      Mit Thier und Vogel sind sie bald

      In freundlichem Verkehr,

      Und fühlen sich so heimisch dort,

      Als ob es Wahrheit wär’. –

      Und jedes Mal, wenn Fantasie

      Dem Freunde ganz versiegt: –

      „Das Übrige ein ander Mal!“

      O nein, sie leiden’s nicht.

      „Es ist ja schon ein ander Mal!“ –

      So rufen sie vergnügt.

      So ward vom schönen Wunderland

      Das Märchen ausgedacht,

      So langsam Stück für Stück erzählt,

      Beplaudert und belacht,

      Und froh, als es zu Ende war,

      Der Weg nach Haus gemacht.

      Alice! o nimm es freundlich an!

      Leg’ es mit güt’ger Hand

      Zum Strauße, den Erinnerung

      Aus Kindheitsträumen band,

      Gleich welken Blüthen, mitgebracht

      Aus liebem, fernen Land.

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      Alice fing an sich zu langweilen; sie saß schon lange bei ihrer Schwester am Ufer und hatte nichts zu thun. Das Buch, das ihre Schwester las, gefiel ihr nicht; denn es waren weder Bilder noch Gespräche darin. „Und was nützen Bücher,“ dachte Alice, „ohne Bilder und Gespräche?“

      Sie überlegte sich eben, (so gut es ging, denn sie war schläfrig und dumm von der Hitze,) ob es der Mühe werth sei aufzustehen und Gänseblümchen zu pflücken, um eine Kette damit zu machen, als plötzlich ein weißes Kaninchen mit rothen Augen dicht an ihr vorbeirannte.

      Dies war grade nicht sehr merkwürdig; Alice fand es auch nicht sehr außerordentlich, daß sie das Kaninchen sagen hörte: „O weh, o weh! Ich werde zu spät kommen!“ (Als sie es später wieder überlegte, fiel ihr ein, daß sie sich darüber hätte wundern sollen; doch zur Zeit kam es ihr Alles ganz natürlich vor.) Aber als das Kaninchen seine Uhr aus der Westentasche zog, nach der Zeit sah und eilig fortlief, sprang Alice auf; denn es war ihr doch noch nie vorgekommen, ein Kaninchen mit einer Westentasche und einer Uhr darin zu sehen. Vor Neugierde brennend, rannte sie ihm nach über den Grasplatz, und kam noch zur rechten Zeit, um es in ein großes Loch unter der Hecke schlüpfen zu sehen.

      Den nächsten Augenblick war sie ihm nach in das Loch hineingesprungen, ohne zu bedenken, wie in aller Welt sie wieder herauskommen könnte.

      Der Eingang zum Kaninchenbau lief erst geradeaus, wie ein Tunnel, und ging dann plötzlich abwärts; ehe Alice noch den Gedanken fassen konnte sich schnell festzuhalten, fühlte sie schon, daß sie fiel, wie es schien, in einen tiefen, tiefen Brunnen.

      Entweder mußte der Brunnen sehr tief sein, oder sie fiel sehr langsam; denn sie hatte Zeit genug, sich beim Fallen umzusehen und sich zu wundern, was nun wohl geschehen würde. Zuerst versuchte sie hinunter zu sehen, um zu wissen wohin sie käme, aber es war zu dunkel etwas zu erkennen. Da besah sie die Wände des Brunnens und bemerkte, daß sie mit Küchenschränken und Bücherbrettern bedeckt waren; hier und da erblickte sie Landkarten und Bilder, an Haken aufgehängt. Sie nahm im Vorbeifallen von einem der Bretter ein Töpfchen mit der Aufschrift: „Eingemachte Apfelsinen“, aber zu ihrem großen Verdruß war es leer. Sie wollte es nicht fallen lassen, aus Furcht Jemand unter sich zu tödten; und es gelang ihr, es in einen andern Schrank, an dem sie vorbeikam, zu schieben.

      „Nun!“ dachte Alice bei sich, „nach einem solchen Fall werde ich mir nichts daraus machen, wenn ich die Treppe hinunter stolpere. Wie muthig sie mich zu Haus